Glück ist kein Ziel, das wir erreichen, sondern eine Qualität, die entsteht.

Zum Welttag des Glücks, möchte ich einen Gedanken teilen, der mich persönlich aber auch unsere Arbeit in Moosburg seit vielen Jahren beschäftig: Glück ist nichts Abstraktes, sondern etwas, das man erfahren, reflektieren und entwickeln kann.

Ein Verständnis dazu kam für mich durch Ernst Fritz-Schubert, dem Gründer des Schulfachs Glück, der bei uns in der Moosburger Glüxakademie zu Gast war. Er hat nicht nur einen Vortrag gehalten, sondern auch sehr praxisnah mit uns gearbeitet: Was mir von ihm besonders hängen geblieben ist: die Unterscheidung der verschiedenen „Qualitäten“ von Glück.

Wir alle kennen das schnelle Glück. Ein „Like“ in den sozialen Medien, ein Stück Schokolade, ein Burger oder Chips, ein kurzer intensiver Kick. Das funktioniert hervorragend, macht den Körper glücklich, aber nur kurzfristig. Und es macht enorm abhängig, man braucht immer mehr davon, man ist schnell gelangweilt.

Dann gibt es das nächste Level: das Glück der Zielerreichung. Einen Gipfel erklimmen, ein Projekt abschließen, etwas schaffen. Das fühlt sich gut an, manchmal sogar richtig stark. Aber auch das hält nicht ewig. Kaum ist das Ziel erreicht, taucht schon das nächste auf. Gemma, immer weiter. Immer mehr.

Und dann gibt es das, worüber wir viel zu selten sprechen – obwohl es das Entscheidende ist: das tragende, langfristige Glück. Schubert hat es bei uns sehr klar formuliert: Dieses Glück entsteht nicht durch Konsum und nicht durch Leistung. Es entsteht durch Beziehung, durch Zugehörigkeit, durch das Gefühl, Teil von etwas zu sein. Es geht um Vertrauen, um Sinn, um das Eingebundensein in ein größeres Ganzes. Und das, was uns wirklich erfüllt, ist oft unspektakulär: ein gutes Gespräch, gemeinsame Zeit, das Gefühl dazuzugehören.

Und genau hier sehe ich auch die Aufgabe unserer Initiative zur Veredelung der Zeit in Moosburg. Es geht es uns nicht darum, noch ein weiteres Event oder Projekt umzusetzen. Es geht uns darum, Bedingungen zu erzeugen, in denen Menschen wieder besser spüren, was ein gutes Leben eigentlich ausmacht und Räume zu schaffen, in denen genau das möglich wird: Nicht höher, schneller, weiter sondern echter. Nicht mehr, sondern bewusster.

Wenn wir es schaffen, unsere Zeit wieder mehr in diese Richtung zu lenken, dann veredeln wir sie tatsächlich. Und merken dann, dass Glück kein Ziel ist, das wir erreichen, sondern eine Qualität ist, die entsteht oder wie es der griechische Philosoph Aristoteles formuliert hat: „Glück ist kein Zustand, sondern eine Tätigkeit.“

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren Tag des Glücks!

Euer Roland Gruber
Obmann Verein zumglueck.jetzt – Initiativen zur Veredelung der Zeit