Am Freitag, dem 20. März, dem Internationalen Tag des Glücks wurde der Campus Moosburg zur Bühne für einen Abend, der weit über Unterhaltung hinausging: „Helfrieds strenge Kammer“, organisiert vom Verein zumglueck.jetzt, brachte Menschen zusammen, die das Thema Glück aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten – pointiert, persönlich und immer wieder überraschend.
Gastgeber Christian Hölbling führte mit seinem Alter Ego „Helfried“ mit Witz und Tiefgang durch den Abend und stellte gleich zu Beginn klar: Es geht nicht um das „Glück im Unglück“, sondern um das bewusste, gute Leben. Begleitet wurde Helfried vom „Strengen Kammerorchester“. Helfried wäre nicht Helfried, würde er das Glück nicht gleich zu Beginn auf den Prüfstand stellen – im wahrsten Sinne: Die Gäste mussten in die Pedale treten, um Licht zu erzeugen. Glück als Muskelarbeit, als Energie, die man selbst erzeugt.
Der ehemalige Eishockeyprofi und Trainer Daniel Welser, der in Moosburg aufgewachsen ist, sprach offen über die Rolle von Glück im Sport, als Mischung aus Einstellung, Zufall und harter Arbeit. Besonders berührend war sein Blick auf den eigenen Schlaganfall, den er rückblickend auch als Wendepunkt und neue Chance begreift.
Mit Hermann Koraschnig kam eine ganz andere Perspektive auf die Bühne: Seit Jahrzehnten als Bauhofleiter im Dienst der Gemeinde steht er für Verlässlichkeit, Handschlagqualität und ein einfaches Prinzip: „geht nicht, gibt’s nicht“. Sein Zugang zeigt, dass Glück oft im täglichen Tun entsteht, im Miteinander und im Lösen von Problemen.
Unternehmerische Klarheit und Lebenserfahrung brachte Renate Sandhofer ein. Ihre Geschichte, vom einfachen Aufwachsen bis zum Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens, machte deutlich, wie sehr Eigenverantwortung, Wertschätzung und Durchhaltevermögen mit einem gelingenden Leben verbunden sind und wie man auch mit 85 Jahren nochmals als Jungunternehmerin durchstarten kann.
Die wissenschaftliche Perspektive lieferte Judith Glück. Als Weisheitsforscherin der Universität Klagenfurt zeigte sie, dass Weisheit weniger mit dem Alter als mit der Haltung zu tun hat: Offenheit, Selbstreflexion und die Fähigkeit, Krisen anzunehmen, sind zentrale Bausteine. Spannend dabei: Weise Menschen sind meist auch zufrieden – aber nicht jedes Glück ist automatisch weise.
Den Bogen zum Menschlichen spannte der Psychotherapeut Arnold Mettnitzer. Seine Botschaft war einfach und kraftvoll zugleich: Glück entsteht in Begegnung – nicht im Perfekten, sondern im ehrlichen Austausch, im gemeinsamen Ringen und Weiterdenken. Gerade in einer Zeit, in der vieles auseinanderdriftet, erinnerte er daran, wie heilsam echte Verbindung zwischen Menschen sein kann.
„Dieser humorvolle Abend im bummvollen Campus zeigte eindrucksvoll die vielfältigen Bilder des Glücks. Kein Patentrezept, keine schnelle Antwort, sondern die Erkenntnis, dass Glück wächst: im Tun, im Denken und vor allem im Miteinander“, so Vizebürgermeister und Obmann des Vereins zumglueck.jetzt Roland Gruber.
Ein großes Dankeschön gilt der Raiffeisenbank Moosburg-Tigring, die diesen Abend möglich gemacht hat und der Theatergruppe Moosburg, die die Gäste bestens in der Pause versorgte.
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